ALCINA

von Georg Friedrich Händel

Regie & Puppen: Nikolaus Habjan

mit der Freitagsakademie Bern & BERNvocal Premiere 15.09.2018

Opernwelt, November 2018

«Sie (Anmerkung: die Alcina) kommt ohne Bühnen-‚Bild’ aus – ein Tisch für die Puppengestelle, Stühle für die Darsteller vorm Eisernen, ein Diaprojektor, und ein grünster Ast genügen – und ohne Dirigent. Ihr genügen ein exzellentes elfköpfiges Barockensemble, fünf hellwache Gesangsolisten, ein humorbegabter Erzähler – und eine Reihe illustre Puppen. Modelliert und geschminkt und frisiert hat sie Nikolaus Habjan. (…) Das Schwermütige wird so leicht, ohne leichten Sinns zu sein: menschliche Unzulänglichkeit sieht sich liebevoll-augenzwinkernd aufs Korn genommen. Die Tragödie der Herzen, in Bern ist sie eine Studie über die Condition humaine von beinahe Moilièr’schen Esprit: Jedes Gefühl auf der Bühne ist ein (gespeilt) echtes, und gerade deswegen können wir darüber schmunzeln, während wir diese unglaubliche Musik genießen – zumal, wenn sie so luftig pulsierend, swing-sprühend dargeboten wird.»

Der Bund, 17. September 2018
Eine umwerfende Verpuppung

«So hat man Händels Zauberoper hier noch nie gesehen: Nikolaus Habjan inszeniert «Alcina» mit der Freitagsakademie, Bern Vocal und den Geschöpfen aus seiner Werkstatt. (…) Katharina Suskes und Jan Krigovskys Oboen- bzw. Violone-Soli gelingen vorzüglich, die neun Musiker interpretieren Händels vielschichtige Komposition so feinfühlig wie packend. Die fesselnde Performance aller Beteiligten sowie die originelle Stückfassung und Inszenierung lassen das Publikum abwechselnd tief in die Gefühlswelt der Figuren eintauchen und verblüfft auflachen, wenn eine hingeworfene Bemerkung Jecklins klarstellt, dass doch alles nur Theater ist. Übrigens: Eine Händel-Arie kann man auch pfeifen. Sofern man Nikolaus Habjan ist, der nach nicht abreissendem Applaus eine unwiderstehliche Zugabe gibt.»
Den gesamten Artikel aus dem Bund lesen Sie HIER.

Zürichsee-Zeitung Bezirk Horgen, Freitag, 21. September 2018

Das neunköpfige Orchester überzeugte durch sein Können, aber auch durch seine vielfältige und sensible Annäherung an das menschliche Drama. Bei den Sängerinnen und Sängern, die ihre Arien bravourös in den Raum schmetterten, imponierte das innige Zusammenspiel mit den Puppen und der Puppenspielerin. (…) Habjans Neuinszenierung überzeugt, denn sie ist witzig und sinnlich, bedient sich moderner Elemente und driftet dadurch nicht ins Museale ab. Faszinierend erlebbar gemacht werden Sehnsüchte und Emotionen, die aber zum Ende der Oper aufgelöst werden: Die Verblendungen werden aufgedeckt, was der echten Liebe zum Durchbruch verhilft.  Viviane Schwizer, Zürichsee-Zeitung Bezirk Horgen, Freitag, 21. September 2018

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